Ausgabe 1_2013
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Das Sportjahr 2013 hat – zumindest für den Fussball – denkbar unerfreulich begonnen: Anfang Februar liess die EU-Polizeibehörde Europol mit der Meldung, man habe den «grössten Wettskandal der Fussballgeschichte» aufgedeckt, eine veritable mediale «Bombe» platzen. Doch der Rauch hat sich recht schnell wieder verzogen, trotz all der «Rekordzahlen», die Europol vorgelegt hatte. Diese waren – zumindest auf den ersten Blick – tatsächlich eindrücklich: Mindestens 380 Spiele sollen im europäischen Fussball zum Zwecke der Erzielung illegaler Wettgewinne manipuliert worden sein; durch die Untersuchungen seien 425 korrupte Offizielle (weltweit) identifiziert worden; sogar WM-Qualifikationsspiele könnten verschoben worden sein. Der europäische und globale Fussball also fest im Griff der Wettmafia? Oliver Bierhoff, Manager der deutschen Fussball-Nationalmannschaft, etwa nannte die von Europol gemeldeten Erkenntnisse jedenfalls «beängstigend».
Wie immer bei solchen «Hypes» führt eine Betrachtung im Kontext indessen zu gewissen Relativierungen. Mindestens 380 manipulierte Spiele im europäischen Fussball, das klingt natürlich zunächst nach einer erheblichen Zahl.