Ausgabe 4_2013
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Die Medienfreiheit ist in jeder demokratischen Ordnung ein hohes Gut und wird von den entsprechenden Ländern durchwegs verfassungsrechtlich geschützt. So ist es jedenfalls in den einschlägigen Lehrbüchern nachzulesen. Der Ansatz, der dieser Freiheit theoretisch zugrunde liegt, entspricht aber nur noch sehr bedingt der Realität in der heutigen Medienlandschaft. Tatsächlich vertreten die Medien zusehends eigene Interessen und stehen in wechselseitiger wirtschaftlicher Konkurrenz. Entsprechend gebärden sie sich. Früher wurden Meinungen in einer Gemeinschaft jeweils am «Stammtisch» gebildet; heute sind die Medien – obwohl es den klassischen «Stammtisch» immer noch gibt – die (selbsternannten) Meinungsmacher. Stammtische und moderne Medien weisen allerdings durchaus gewisse Parallelen auf: Deren «Inhalte» werden meist dominiert von Neid, Missgunst und Pharisäertum. Der «Wutbürger» erhält zudem in unserer Entrüstungs- und Betroffenheitsgesellschaft in den Medien immer wieder eine überdimensionierte Plattform, die leider allgegenwärtig ist – im Gegensatz zum «Stammtisch», dem wenigstens entronnen werden kann.
Ungeachtet dieser nicht ganz unbedenklichen Entwicklungen, die in diesem Jahr besonders intensiv wahrzunehmen waren, wünschen die Herausgeberinnen und Herausgeber, die Verlage und die Redaktion dieser Zeitschrift von «Causa Sport» ihren Leserinnen und Lesern ein in jeder Hinsicht positives neues Jahr!