Ausgabe 1_2014
Startseite
Es gibt wohl nur wenige Dinge, die derart positiv besetzt sind wie der Sport. Körperliche Ertüchtigung – Mediziner und Neujahrsvorsätze bestätigen dies – ist gut für den menschlichen Organismus. Sportwettkämpfe sind dem hehren Ideal der Fairness verpflichtet: Frei von niederen Empfindungen sollen Athleten ihre Leistungen friedlich aneinander messen.
In krassem Gegensatz zu diesem Ideal stehen die Skandale, die die Sportwelt in den letzten Jahren erschütterten: Dopingaffären (bereits in Amateurligen), Manipulationen im Zusammenhang mit Sportwetten u.dgl. führen uns vor Augen: Es ist letztlich nicht alles Gold, was glänzend an einem athletischen Hals hängt. Auch der Sport hat die bekannten zwei Seiten einer Medaille.
In diesem Zusammenhang ist die Gretchenfrage nicht weit, die da lautet: «Wie hast du’s mit den Menschenrechten?» Besonders dann, wenn – wie jüngst die Olympischen Spiele in Sotchi – eine sportliche Grossveranstaltung in einem Land stattfindet, dessen Umgang mit den Menschenrechten nicht gerade unproblematisch ist, hat diese Frage Hochkonjunktur.
Findet ein sportlicher Grossanlass in einem solchen Umfeld statt, so wird berechtigterweise diskutiert, ob die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zur Menschenrechtssituation im Gastland Stellung beziehen dürfen oder gar sollen, ja ob Grossveranstaltungen an derartige Staaten überhaupt vergeben werden sollten.