Ausgabe 4_2014
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Der Sport hat apolitisch zu sein. Er soll auch nicht zu politischen Zwecken eingesetzt bzw. für politische Zwecke missbraucht werden. So oder ähnlich argumentieren Sportfunktionäre regelmässig. Und so sehen es durchwegs auch die Satzungen der Sportverbände und -organisationen vor. Die Realität ist allerdings eine andere und nicht erst seit gestern. In die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland mag auch in diesem Zusammenhang niemand mehr zurückblenden. Das ist auch nicht notwendig. Ein übles Beispiel für die Politisierung des Sports erlebte die Welt erst kürzlich wieder, in Belgrad: Am 14. Oktober 2014 wurde dort «nebenbei» das Qualifikationsspiel zwischen Serbien und Albanien für die Europameisterschaft 2016 in Frankreich ausgetragen.
Es begann mit Pyrofackeln und ähnlichen Gegenständen, die von serbischen Fans – sind das noch Fans? – auf den Rasen geworfen wurden. Kurz vor der Pause erfolgte eine weitere Störung, diesmal durch eine «Drohne», an der eine grossalbanische Flagge befestigt war. Als die Drohne tiefer flog, behändigte ein serbischer Spieler die Flagge. Er wurde sogleich von mehreren albanischen Spielern attackiert. Es kam daraufhin zu einer «Rudelbildung» auf dem Rasen, Ersatzspieler und Betreuer eilten «zu Hilfe», und serbische Zuschauer stürmten auf das Feld und attackierten albanische Spieler (bei diesem Spiel waren aus Sicherheitsgründen nur serbische Anhänger im Stadion). Die albanischen Spieler flüchteten in die Kabine und weigerten sich weiterzuspielen.