Ausgabe 4_2015
Startseite
Der Sport ist mehr denn je in die Fänge aussersportlicher, negativer Gegebenheiten geraten. Ist der Sport als vielbeachtete Plattform früher und bis vor kurzer Zeit vorwiegend von Einzeltätern oder terroristischen Gruppierungen punktuell zur Zielscheibe ausgewählt worden – erinnert sei etwa an die Attacke palästinensischer Terroristen auf die israelische Mannschaft anlässlich der Olympischen Spiele 1972 in München, an den Bombenanschlag 1996 im Olympia-Park von Atlanta, an den Angriff auf das Cricket-Team von Sri Lanka 2009, an den Beschuss des Team-Busses von Togo auf dem Weg zu einem Fussball-Spiel anlässlich des Africa-Cups 2010, an die Bomben-Attacke auf den Boston-Marathon 2013 –, ist mit der Mordnacht von Paris am 13. November 2015 klar geworden, dass der organisierte Sport als Teil der westlichen (Freizeit-)Gesellschaft zum generellen Angriffsziel geworden ist. Die Attacke auf das renommierte «Stade de France» in der französischen Hauptstadt, in dem 2016 das Eröffnungs- sowie das Finalspiel der Fussball-Europameisterschaft stattfinden sollen, kam insbesondere für Kenner des islamistischen Extremismus nicht überraschend, verkörpert doch der Fussball einen Teil unserer – in den Augen islamistischer Aktivisten – dekadenten, gottlosen und götzendienerischen Freizeit-, Event- und Spass-Gesellschaft, die es zu bekämpfen gilt.