Ausgabe 2_2017, Startseite 160
Rechtsprechung Schweiz
Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Zürich vom 15. März 2017; VB.2017.00016
Ein Fussballfan spuckte im Rahmen eines Fussballspiels einen Polizisten ausserhalb des Stadions an – nicht ins Gesicht, aber gegen dessen Oberkörper. Wegen dieser Tat wurde der Betroffene strafrechtlich verurteilt. Es stellte sich danach die Frage, ob dem Verurteilten unter Anwendung des Konkordates über Massnahmen gegen Gewalt anlässlich von Sportveranstaltungen vom 15. November 2007 ein Rayonverbot auferlegt werden könne. Das Spucken gegen den Oberkörper sei nicht so gravierend wie etwa eine Spuckattacke ins Gesicht; auch falls die Handlung konkordatsrechtlich als Gewalttätigkeit zu qualifizieren sei, müsse ein Rayonverbot unter den gegebenen Umständen als unverhältnismässig qualifiziert werden, erkannte das Zürcher Verwaltungsgericht in seinem Urteil vom 15. März 2017 (VB.2017.00016). Die Tat, eine Beschimpfung durch Gebärde, sei nicht dazu geeignet, die friedliche Spieldurchführung zu gefährden.